Heizprofi-Newsletter zum Thema Ersatz von Warmwassererzeugern

Elektroboiler gehören zu den grossen Stromfressern. Allein in Schweizer Haushalten sind eine Million Elektroboiler im Einsatz. Sie verbrauchen pro Jahr 2 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von 500 000 Vierpersonen-Haushalten. Dabei gibt es genügend Möglichkeiten, warmes Wasser mit viel geringerem Stromverbrauch zu gewinnen: Sonnenkollektoren, Wärmepumpen-Heizung, Anbindung an die bestehende Heizung und Wärmepumpen-Boiler. Doch eine Frage drängt sich auf: Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Ersatz des Warmwassererzeugers?

Ein qualitativ guter Boiler hat eine Lebenszeit von 20 bis 30 Jahren. Danach häufen sich Defekte an Elektrik und Steuerung. Das Schreckensszenario eines Wasserschadens durch ein Leck im Gerät ist jedoch sehr unwahrscheinlich. Wenn ein Boiler richtig gewartet wurde, ist die Chance, dass ein Gerät durchrostet oder defekte Dichtungen aufweist, sehr klein.
Es gibt aber Gründe, warum Boiler weniger lange halten: So öffnen die Wärmeprofis einen Boiler, der mehr als 10 Jahre nicht entkalkt worden ist, nicht mehr. Das Risiko einer solchen Arbeit ist zu gross.

Folgende Gründe können zudem für einen Ersatz des Warmwassererzeugers sprechen:

  • Aus dem Wasserhahn kommt rosthaltiges Wasser.
  • Bei einer Boilerentkalkung wird im Innenbereich Rost festgestellt.
  • Der Kanton bietet Förderbeiträge für energieeffiziente Geräte an.
  • Steuerabzug: Wenn im laufenden Jahr bei den Steuern keine Abzüge geltend gemacht werden können.
  • Die Betriebskosten sind hoch. Ein neuer Boiler spart Strom im Wert von einigen hundert Franken.

Doch womit wird ein Elektroboiler idealerweise ersetzt?

Höhere Investition rechnet sich

Elektroboiler raus, Wärmepumpen-Boiler rein: Das kann für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie kleinere Gewerbetriebe interessant sein. Es dauert maximal einen Tag, einen Elektroboiler durch einen Wärmepumpen-Boiler zu ersetzen. Bei idealen Voraussetzungen liegen die gesamten Installationskosten bei einem Einfamilienhaus bei rund 4500 Franken. Bei Zwei- oder Dreifamilienhäusern muss mit 6000-8000 Franken gerechnet werden. Zum Vergleich: Elektroboiler sind schon für rund 2000 Franken zu haben. Dennoch lohnen sich die Investitionskosten – dank der hohen Stromeinsparung. Die Jahreskosten fürs Warmwasser liegen je nach Gerät um 300 bis 500 Franken tiefer. Zudem wird der Boilerwechsel an einigen Orten auch mit einem Zuschuss von bis zu 1000 Franken gefördert.

Im Vergleich zu einem Elektroboiler benötigt ein Wärmepumpen-Boiler für dieselbe Menge Warmwasser nur etwa ein Drittel des Stroms. Das Geheimnis: Ein Wärmepumpen-Boiler nutzt die Wärme jener Umgebungsluft, die auch im Winter dank Abwärme aus Heizleitungen und Geräten Temperaturen von über 8 Grad Celsius aufweist.

Platzieren lässt sich das Gerät im Heizungsraum, in der Waschküche, im Keller oder im Abstellraum. Wichtig ist, dass der Raum unbeheizt ist. Sonst bezieht der Boiler die Energie letztlich vom Heizsystem.

Steht der Elektroboiler in der Wohnung, ergibt der Ersatz durch ein Wärmepumpengerät keinen Sinn: Die Abkühlung der Raumluft wäre spürbar. Dies müsste durch höhere Heizleistung kompensiert werden. Daneben wären die Geräusche vom Ventilator zu hoch.

Kühlende und entfeuchtende Wirkung

Sinnvoll ist hingegen die Installation eines Wärmepumpen-Boilers, wenn im Ein- oder Zweifamilienhaus ein elektrisch betriebener Etagenboiler durch eine zentrale Warmwasserversorgung ersetzt wird. Das gilt auch für den Fall, wenn eine Kombination mit der bestehenden Heizanlage nicht möglich oder sehr aufwändig ist.

Neben den im Vergleich zum Elektroboiler deutlich niedrigeren Jahreskosten hat ein Wärmepumpen-Boiler weitere Vorteile. Im Betrieb wirkt er entfeuchtend. Das hilft beispielsweise, Feuchtigkeit im Keller zu reduzieren. Ist das Gerät in der Waschküche installiert, lässt es die aufgehängte Wäsche etwas schneller trocknen.

Die meisten aktuellen Modelle verfügen zudem über die Möglichkeit, Zu- und Abluftkanäle anzuschliessen: Zum Beispiel kann man dann den angrenzenden Weinkeller oder auch einen Vorratsraum ohne zusätzliche Energiekosten kühlen. Der Grund: Die Luft solcher Räume dient dem Boiler als Wärmelieferant.

Ratgeber für Wärmepumpen-Boiler

  • Geräte: Effiziente Wärmepumpen-Boiler tragen das Gütesiegel FWS (Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz).
  • Raumgrösse: Für eine einwandfreie Funktion des Wärmepumpen Boilers genügen ca. 20 m3 Raumvolumen. Raumhöhe: 2,30 bis 2,50 Meter.
  • Standort: Die Boiler eignen sich für Räume mit Temperaturen von 8 bis 30 °C.
  • Speicher: Fürs Einfamilienhaus genügt meist ein 300-Liter-Speicher. Für zwei Wohnungen ist ein Speicher von 400 bis 500 Liter zu empfehlen.
  • Zeitschaltuhr: So lässt sich der günstigere Nieder- und Nachttarif optimal ausnützen.
  • Schallpegel: In 1 Meter Abstand beträgt er 50–60 Dezibel (Kompressor-, Lüftergeräusche). Das entspricht der Lautstärke von zwei sprechenden Personen.
  • Installation: Nötig sind Kalt- und Warmwasseranschluss. Fürs Kondenswasser muss ein Wasserablauf (mit Siphon) vorhanden sein. Die meisten Modelle werden an 230 V angeschlossen. Die Absicherung beträgt in der Regel 10 bis 16 Ampère.
  • Unterhalt: Luftkanäle, Verdampfer und Wasserablauf jährlich auf Verschmutzung prüfen – fällt viel Staub  an,  z. B. in einer Werkstatt, häufiger.
  • Legionellenschaltung: Diese eingebaute wöchentliche Automatikfunktion verhindert die Bakterienbildung im Boiler.

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