Nachrichten vom Heizprofi zum Thema Förderbeiträge für erneuerbare Heizsysteme

Der Kanton Luzern hat sein Förderprogramm für erneuerbare Heizsysteme erweitert. Mit Fördermitteln aus der CO2-Abgabe des Bundes auf fossile Brennstoffe schafft der Kanton finanzielle Anreize, bestehende Öl-, Gas- oder Elektroheizungen durch eine Wärmepumpe zu ersetzen. Der Hintergrund: Im Kanton Luzern wird heute eine fossile Heizung in zwei von drei Fällen wieder mit einer fossilen Heizung ersetzt. Der Einbau einer Wärmepumpe jedoch ist klimafreundlicher und in den meisten Fällen einfach realisierbar. Angesichts höherer Investitionskosten scheuen viele Hauseigentümer beim Heizungsersatz den Wechsel zu einer Wärmepumpe. Mit den Fördergeldern kann diese Hürde gesenkt werden.

In einem kürzlich erschienenen Zeitungsartikel gibt Manuel Fischer Auskunft über das Thema Förderprogramm Energie 2019 im Kanton Luzern. Zudem erklärt er, was bezüglich der Nutzung von erneuerbarer Energie besonders zu beachten ist und wie Hausbesitzer zu den Fördergeldern kommen.

Die Funktionsdauer der Heizung eines Wohngebäudes beträgt durchschnittlich 20 Jahre. Manuel Fischer, Stv. Geschäftsführer der Fischer Wärmetechnik AG, Sursee stellt sich den Fragen zu Sanierung von Heizungssystemen und erläutert die Auswirkungen des neuen Energiegesetzes des Kantons Luzern.

Was raten Sie grundsätzlich Hauseigentümerinnen oder Hauseigentümer bei einer bevorstehenden Sanierung der Heizanlage?
Wichtig ist es, vorerst zu klären, wie der Zustand eines Gebäudes, wie die Wärmedämmung oder die Qualität der Fenster sind und mit welcher Energiequelle aktuell die Wärme erzeugt wird. Zudem sollte man sich Gedanken darüber machen, welchem Heizsystem man persönlich am liebsten den Vorrang geben möchte und wie viel Budget für die ganze Sanierung zur Verfügung steht.

Was ist bezüglich der Nutzung von erneuerbarer Energie besonders zu beachten?
Der grosse technische Fortschritt der letzten Jahre bei Heizsystemen mit erneuerbarer Energiequelle erfordern bei jedem Objekt die Überprüfung eines Wechsels von der fossilen Heizung auf eine Wasser-Luft- oder Erd-Wärmepumpe? Das war von einigen Jahren noch nicht so. Heute sind Heizlösungen mit erneuerbarer Energie in Objekten möglich, wo früher nur eine Ölheizung in Frage kam.

Das neue Energiegesetz des Kanton Luzern ist auf den 1. Januar 2019 in Kraft getreten. Was bedeutet dies, wenn Besitzerinnen und Besitzer von Ölheizungen ihre Heizung sanieren?
Das neue Gesetz hat ganz entscheidende Auswirkungen. So müssen bei einem Kesselersatz in einem schlecht isolierten Haus mindestens 10 Prozent der Wärme für Heizung und Warmwasser aus erneuerbaren Energiequellen stammen oder die Gebäudehülle muss verbessert werden. Einen einfachen Überblick zu den möglichen Umsetzungen geben die Standardlösungen gemäss Energiegesetz.

Gibt es auch noch andere Möglichkeiten, als eine der Standardlösungen, um eine fossile Heizung zu ersetzen?
Wer bei Heizöl oder Erdgas bleiben will, muss beweisen, dass sein Gebäude gut isoliert ist. Um diesen Beweis zu erbringen, ist die Erstellung eines Gebäudeenergieausweis (GEAK) zwingend.

Was umfasst ein Energieausweis?
Für den Gebäudeenergieausweis wird das gesamte Haus auf seine Energieeffizienz bewertet. Wenn das Gebäude einen guten Wert erreicht oder nach Minergie zertifiziert ist, gelten für den Heizungsersatz keine Auflagen. In diesem Fall kann nach wie vor mit fossiler Energie geheizt werden. Ältere Häuser, mit Baujahr 1990 oder früher, müssen nachgerüstet oder teilweise mit Solarenergie oder Wärme aus der Umwelt geheizt werden.

Heisst dies, dass mit der neuen Gesetzgebung die Ölheizung doch ausgedient hat?
Es gibt nach wie vor Gründe für die Sanierung einer Ölheizung. Wenn das Haus gut isoliert ist und wenig Heizenergie verbraucht wird, ist der reine Ersatz der Ölheizung durchaus denkbar. Teilweise kann man auch bei einer Besichtigung vor Ort erneuerbare Heizsysteme ausschliessen, weil sie technisch oder baulich gar nicht machbar sind.

Ist es möglich mit den neuen Technologien auch Kosten zu sparen?
Ja, der Grundsatz der Fischer Wärmetechnik AG ist klar: «Ökologisch und wirtschaftlich heizen und Warmwasser aufbereiten sind heute ein Muss». Denn neue Technologien verbrauchen weit weniger Energie und so können langfristig Kosten gespart werden und auch die Umwelt profitiert davon. Zudem entfallen die Kosten für den Kaminfeger und das Risiko von steigenden Ölpreisen. Zwar sind die Investitionskosten für erneuerbare Heizsysteme höher, dafür fallen die Betriebs- und Wartungskosten wesentlich tiefer aus, als bei einer fossilen Heizung.

Der Kanton Luzern hat das Förderprogramm Energie initiiert. Wie können Hausbesitzer davon profitieren?
Das Förderprogramm Energie des Kantons Luzern sieht spezifische Förderbedingungen für Wärmepumpen vor, die in einem bestehenden Gebäude installiert werden. Die Wärmepumpe muss als Hauptheizung des Gebäudes eingesetzt und eine bestehende Heizöl-, Erdgas- oder Elektroheizung ersetzen.

Wie kommen Hausbesitzer zu den Fördergeldern?
Grundsätzlich muss bei Baubeginn oder bei Beginn von Sanierungsmassnahmen ein Fördergesuch vorliegen. Die Gesuche können je nach Objekt einigen Mehraufwand nach sich ziehen. Zur Einreichung von Fördergesuchen bieten wir jedoch Unterstützung an.

Mit welchen Kosten muss bei einer Sanierung gerechnet werden?
Da die Kosten sehr abhängig sind von der jeweiligen Situation und der Art der Sanierung, ist es für uns von grossem Vorteil vor Ort einen Augenschein zu nehmen. Zu diesem Zweck bieten wir die Analyse Analyse Heizung und Warmwasser an. Mit dieser Dienstleistung erhalten Eigentümer Informationen, welche Heizungssysteme sich eignen, um die Liegenschaft künftig effizient und umweltschonend zu beheizen. Gerne erstellen wir auf dieser Basis eine massgeschneiderte und verlässliche Offerte. Bei dieser Gelegenheit kann auch detaillierter über Zeitaufwand einer Sanierung Auskunft erteilt werden.

Es scheint ratsam, frühzeitig einen Fachmann zu kontaktieren?
Das ist sehr ratsam, einerseits geht es um die Art der Sanierung und andererseits um die neuen gesetzlichen Vorgaben. Wie bereits erwähnt ist es auch wichtig, frühzeitig die Chancen für Förderbeiträge zu prüfen.

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