Heizprofi Newsletter zum Thema Regulierung von Heizsystemen

Warum ist die Bodenheizung nicht warm? Diese und andere Fragen rund um die Wärmeabgabe werden uns als Heizungsfachmann immer wieder gestellt. Dieser Beitrag soll auf die häufigsten Fragen rund um die Heizungstemperaturregulierung eine Antwort geben.
Damit gezielt Wärme in einen Raum gelangt, muss im Raum ein Wärmeabgabesystem installiert sein. Die Wärme selber wird über das Wasser im Heizsystem transportiert. Dieses gibt durch die Temperaturdifferenz Wärme ab. Die Heizungsanlage bzw. ob und wie schliesslich ein Raum geheizt wird, wird normalerweise in zwei Schritten geregelt:

1. Vorlauftemperaturregelung über die Heizung

Die Vorlauftemperatur ist abhängig von der Aussentemperatur. Das heisst, je wärmer es draussen ist, umso tiefer wird die Vorlauftemperatur des Heizkreises und umgekehrt.
Die Vorlauftemperatur bei neueren Heizungen bewegt sich zwischen 23 und 35 Grad – und ist damit unter der Körpertemperatur. Aus diesem Grund wird die Oberfläche der Bodenheizung oder des Heizkörpers vielfach nicht mehr als wärmend empfunden, auch wenn die Vorlauftemperatur noch über der Raumtemperatur liegt und damit eben noch entsprechend Energie in den Raum bringt.

2. Raum- oder Zonenventil

Die Raumtemperatur verändert sich durch Störgrössen. Hierbei unterscheidet man zwischen internen Lasten (z. B. Anzahl der Personen im Raum) und externen Lasten (z. B. Sonneneinstrahlung). In jedem Raum oder in jeder Zone wirkt ein Raumfühler oder Thermostat auf das Ventil und schliesst dieses, sobald die eingestellte Solltemperatur erreicht ist.
Das Zusammenspiel dieser beiden Regelungseinrichtungen ergibt, bei gut ausgelegter und einregulierter Anlage, die geplanten und eingestellten Raumtemperaturen – wenn da nicht noch Fremdeinwirkungen wären.

 

Fremdeinwirkungen im Raum

Dank der heutzutage sehr guten Gebäudehüllen ist der eigentliche Heizwärmebedarf von neuen und sanierten Gebäuden auf ein Minimum gesunken. Was betreffend Energieverbrauch und Energiekosten natürlich äusserst erfreulich ist, hat aber einen für die Regulierung grossen Nachteil: Die Heizleistung ist so klein geworden, dass der Einfluss des Wärmeabgabesystems und deren Regulierung auf den Raum aufgrund der verschiedenen Fremdeinwirkungen limitiert ist.
So zeigt sich, dass bei einer grösseren Personenanwesenheit und dem zusätzlichen Betrieb von wenigen elektrischen Geräten die eigentliche Heizleistung also schon gedeckt bzw. schon überschritten ist. Stellt sich jetzt zusätzlich noch eine ungünstige Konstellation von Nachbartemperaturen (wohnungsintern wie auch -extern) ein oder ergeben sich noch grössere externe Einflüsse durch die Sonneneinstrahlung, so hat das Wärmeabgabesystem keine Chance mehr, richtig zu regulieren. Weiter zeigt dieses Beispiel auch auf, dass es vor allem in der Übergangszeit möglich wird, über Nachbarwohnungen die eigene Wohnung mit nur kleinen Temperaturdifferenzen vollständig heizen zu lassen, da eben durch die sehr gute Gebäudehülle die Wärmeflüsse innerhalb des Gebäudes plötzlich grösser werden als die Wärmeflüsse nach aussen. Dasselbe Phänomen kann man auch wohnungsintern beobachten.Hier ist es ohne aktives Fensteröffnen kaum noch möglich, gegenüber angrenzenden Räumen grössere Temperaturdifferenzen als 1– 2 Grad zu erhalten.

Massenträgheit

Durch die gut isolierte Gebäudehülle und die hohe Gebäudemasse können Temperaturschwankungen reduziert werden. Kurzfristige hohe Energieeinträge können durch die Speichermasse gedämpft werden, was einen guten Effekt bezüglich kurzfristigem Überhitzungsschutz bietet und auch bei einem allfälligen Heizungsausfall ein Temperaturabsinken von nur wenigen Graden garantiert. Dies hat aber einen negativen Effekt: Die Temperaturregulierung wird äusserst träge. Ein Eingriff in die Temperaturregelung zeigt die Auswirkungen meist erst Stunden oder sogar Tage später (vor allem bei Bodenheizungen).



Haben Sie eine Frage zum Thema Regulierung von Heizsystemen? Kontaktieren Sie uns.

Online-Anfrage