Heizprofi-Newsletterzum Thema Wärmepumpen im Vergleich

Welche Wärmepumpe ist die richtige? Schweizer entscheiden sich häufiger für Luft-Wasser-Wärmepumpen als für Sole-Wasser-Wärmepumpen. Diese Entscheidung wird jedoch weniger durch den Wirkungsgrad beeinflusst. Das bestätigt Antonio Milelli von der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz (FWS): «Die Luft-Wasser-Wärmepumpen sind in der Schweiz nicht nur am meisten verbreitet, sondern auch kostengünstiger als die anderen Wärmepumpen-Systeme. Bezüglich des Wirkungsgrads unterbieten diese allerdings Aggregate, die ihre Energie aus dem Boden, respektive dem Grundwasser, ziehen. Erdwärmesonden können bei jeder Anlagegrösse eingesetzt werden. Standard Luft-Wasser-Wärmepumpen werden für eine Leistung von maximal 14 kW-Leistung eingebaut. Das heisst, sie können eine Leistung abdecken, die ungefähr einem Ölverbrauch von 3500 Liter pro Jahr entsprechen. Wenn der Wärmebedarf darüber liegt, wird meist eine Erdsondenheizung eingebaut.»   

Betrachtet man die Leistungszahl je nach Wärmequelle, dann werden Unterschiede deutlich. Erdreich und Grundwasser haben ganzjährig gleichbleibend relativ hohe Temperaturen. Deshalb fällt bei beiden Medien der Wirkungsgrad höher aus, da beide weniger Energie benötigen, um das Heizwasser zu erwärmen. In der Schweiz kennzeichnet ein Qualitätssiegel Grenzwerte für Wärmepumpen. Erdwärmepumpen arbeiten besonders effizient, wenn sie eine COP Leistungszahl von 4.5 – 5.0 haben. Im direkten Vergleich fällt die COP Leistungszahl der Luftwärmepumpe mit 3.5 – 3.9 bei mittleren Wintertemperaturen etwas geringer aus. Das erklärt sich, weil in der kalten Jahreszeit die Temperatur der Umgebungsluft und somit auch der Wirkungsgrad dieser Wärmepumpen entsprechend sinkt.

Kategorien von Wärmepumpen

Luft-Wasser-Wärmepumpen: 

Die Umgebungsluft wird abgekühlt und damit Heiz- oder Brauchwasser aufgeheizt. Dieses System ist relativ günstig in der Anschaffung, hat aber bei tiefen Aussentemperaturen einen schlechteren COP.

Sole-Wasser-Wärmepumpen

Bei der Sole handelt es sich um Erdwärme, welche über, in Erdbohrungen verlegte, Wasserleitungen (Erdsonden) in den Wärmetauscher geholt wird. In 5 m Tiefe ist es etwa 10°C warm, in 120 m Tiefe etwa 13°C. Die üblichen Betriebstemperaturen in einer Erdsonde bewegen sich bei 5 °C bis 13 °C, je nach Bohrtiefe und Bodenbeschaffenheit. Zu kurze Sonden lassen die Sondentemperatur auf unter null Grad absinken, was zu Störungen und einem schlechten Wirkunsgrad führen kann. Die Gefahr, dass das Wasser des Solekreises gefriert, wird durch Zugabe von Frostschutzmittel verhindert.

Wasser-Wasser-Wärmepumpen:

Bei der Wasser-Wasser-Wärmepumpe wird zum Beispiel Grundwasser, welches nicht kälter als 10 °C ist, als Wärmequelle verwendet. Je nach Standort kann das Grundwasser mehr oder weniger verunreinigt sein, was eine aufwendige Wartung des Filters und Wärmetauschers erfordern kann. 

Wassererwärmer-Wärmepumpen:

Das sind Warmwasserboiler, welche mit einer eingebauten Luft-Wasser-Wärmepumpe geheizt werden. Beim Betrieb wird der Umgebung Wärme entzogen, so dass sie kälter und trockener wird.

Eignung der verschiedenen Anlagetypen

EnergiequelleVorteileNachteile
Erdreich (Sole-Wasser-Wärmepumpen)

konstante Temperaturen
zum Kühlen geeignet (nur in Verbindung mit einer Bodenheizung)

Kosten: Erdsondenbohrung zwischen 100 und 300 Metern
Grundwasserschutz: Bohren teilweise verboten
Aussenluft (Luft-Wasser-Wärmepumpen)

unbeschränkt verfügbar
im Vergleich zu anderen Wärmepumpensystemen tiefste Anschaffungskosten

Wirkungsgrad: sinkt bei kalten Aussentemperaturen. Beschränkte Leistung mit Standard-WP
Schallpegel: Ventilator bei Aussengeräten
Grundwasser (Wasser-Wasser-Wärmepumpen)wenige Meter unter der Oberfläche
hoher Wirkungsgrad
Grundwasserschutz: strenge Auflagen der Behörden; Gefahr durch Verschmutzung

Kosten und Wirkungsgrade von Wärmepumpen

 Sole-Wasser-WärmepumpeWasser-Wasser-WärmepumpeLuft-Wasser-Wärmepumpe
Leistungszahl COPetwa 4,5 bis 5.0etwa 5,5 bis 6etwa 3.5 bis 3,9
Investitionskostenhochhochgering
Betriebskostengeringgering bis mittelmittel bis hoch
Planungsaufwandhochhochgering
Installationsaufwandhochhochgering
Einsatzgebiete   

Hinweis: In einigen Gebieten der Schweiz werden kleinere Wohngebäude wie Ein- und Zweifamilienhäuser zuverlässig mit Wasser-Wasser-Wärmepumpen geheizt. Bei grossen Anlagen kann sogar Seewasser als Wärmequelle dienen. Aufgrund von vorwiegend schlechten Erfahrungen und einer schlechten Eignung des Grundwassers im Tätigkeitsgebiet der Heizprofis, verzichten wir auf die Erstellung von Angeboten von Wasser-Wasser-Wärmepumpen bei Sanierungen.

Möchten Sie wissen, ob sich Ihre Liegenschaft für eine Wärmepumpenheizung eignet und, wenn ja, für welche? Kontaktieren Sie uns für eine Analyse «Heizung und Warmwasser».

Übrigens: Der Kanton Luzern fördert Wärmepumpen, wenn diese eine fossile oder elektrische Hauptheizung ersetzen.

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