Heizprofi-Newsletter zum Thema Wärmeverlust in Warmwasserleitungen und Zirkulationspumpen

Es ist ein typisches Ärgernis für Frühaufsteher: Man dreht die Dusche auf und es kommt minutenlang nur kaltes Wasser. Abhilfe schafft hier der Einbau einer Warmwasser-Zirkulationspumpe. Das Gerät lässt warmes Wasser durch die Leitungen des Hauses zirkulieren. So ist es jederzeit verfügbar. Das hat allerdings auch eine negative Seite: Mit veralteten Modellen wird nachts oder in Abwesenheit der Bewohner Energie verschwendet.

Deshalb empfehlen sich ausschliesslich Modelle mit Zirkulationspumpensteuerung. Solche Energiespar-Pumpen schalten sich nur ein, wenn das vorgehaltene Wasser in den Leitungen zu kalt wird. Die effizientesten Zirkulationspumpen verfügen zusätzlich über eine Zeitschaltuhr beziehungsweise über eine «selbstlernende» Pumpenregelung. Zusätzlich zur Zirkulationspumpe braucht eine energieeffiziente Warmwasserversorgung aber auch sorgfältig isolierte Leitungen.

Wärmeverluste in der Warmwasserversorgung sind eine Verschwendung von Ressourcen und zudem schlecht für den Geldbeutel. Durch Wärmeverluste können im Einfamilienhaus unnötige Kosten von CHF 300.- im Jahr entstehen.
So lassen sich die Energieverluste von Zirkulationssystemen verringern:

  • Beim Bau der Anlage sollte auf möglichst kurze Warmwasserleitungen geachtet werden, die zudem möglichst nicht in Aussenwänden verlaufen sollten. Dies funktioniert leichter bei Häusern, in denen mehrere Badezimmer und Küchen direkt übereinander angeordnet und nicht etwa über die ganze Fläche verteilt sind.
  • Warmwasserleitungen sollten eine gute Wärmedämmung erhalten. Leider ist dies nicht ganz einfach. Insbesondere können an Nahtstellen der Dämmung erhebliche Wärmebrücken auftreten. So können die Wärmeverluste weitaus grösser werden als man von einer naiven Rechnung unter Verwendung der U-Werte des Isolationsmaterials erwarten würde.
  • Die Warmwassertemperatur sollte nicht höher als nötig eingestellt werden. Die nötige Temperatur sollte jedoch oft nicht allein daran bemessen werden, welche Wassertemperatur am Warmwasserhahn benötigt wird. Der Grund: Zu tiefe Temperaturen begünstigen die Vermehrung von Legionellen-Bakterien in den Wasserleitungen. Deshalb: Für die Legionellen-Prophylaxe reicht es, wenn die Temperatur im System einmal pro Woche 60 °C erreicht; zu anderen Zeiten kann die Temperatur also auch etwas niedriger gehalten werden.
  • Die Zirkulationspumpe sollte nicht ständig arbeiten, was leider in vielen Gebäuden noch immer der Fall ist. Dies führt zu einem hohen Stromverbrauch und, was meist noch wichtiger ist, zu hohen Wärmeverlust.
  • Natürlich sollte eine Zirkulationspumpe auch korrekt dimensioniert werden. Der Einsatz einer unnötig starken Pumpe erhöht den Stromverbrauch und kann unter Umständen auch Probleme durch zu hohe Fliessgeschwindigkeiten verursachen.

Wärmeverlust ist im Winter «mitheizend»
In der Heizperiode können die Wärmeverluste eines Zirkulationssystems teilweise der Beheizung des Hauses dienen und sind insofern dann gar nicht als echte Verluste zu betrachten. Welcher Anteil der Verlust aber tatsächlich der Beheizung dient, also eine Reduktion des Heizwärmebedarfs bedeutet, hängt stark von den jeweiligen Umständen ab. Offenkundig ist dieser Effekt nur innerhalb der Heizperiode relevant. Ausserdem kommt es darauf an, wohin die entwichene Wärme gelangt. Bei Leitungen in Aussenwänden mit guter äusserer Wärmedämmung gelangt der Grossteil der Wärme ins Innere, wird also für die Beheizung nützlich. Ohne aussen gedämmte Wände, oder gar bei solchen mit einer Dämmung innen, gelangt mehr Wärme nutzlos nach aussen. Viele Zirkulationsleitungen liegen auch in Kellerräumen, wo eine zusätzliche Wärmequelle weniger nützlich oder gänzlich nutzlos ist.

Elektrische Heizbänder als alternative Lösung
Anstelle von Zirkulationsleitungen werden manchmal elektrische Heizbänder als Rohrbegleitheizung verwendet, welche die einfach geführten Warmwasserleitungen warm halten sollen. Dies funktioniert etwa über eingebaute Kaltleiter, allerdings mit nachlassender Heizleistung bei erreichter Solltemperatur. Diese Lösung erscheint zunächst attraktiv, da nur einfach geführte Wasserleitungen benötigt werden, was Kosten spart und die Wärmeverluste deutlich reduziert.
Leider können solche Heizbänder aber zu einem hohen Verbrauch an wertvoller elektrischer Energie führen, wenn die Wärmedämmung der Leitungen nicht sehr gut ist. Zwar sind die gesamten Wärmeverluste geringer, wenn, durch ein Zirkulationssystem, auf ein Rücklaufrohr verzichtet werden kann. Der gesamte Primärenergiebedarf ist deswegen in der Regel höher als mit einem Zirkulationssystem. Der entstehende Stromverbrauch kann ohne weiteres zu einem wesentlichen Teil des gesamten Verbrauchs im Haus werden.

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