Heizprofi-Newsletter zum Thema Sind Ölheizungen kein Thema mehr?

«Heizöl, Erdgas oder Wärmepumpe?» heisst für viele die Frage beim Ersatz der Heizung. Bis Ende 2018 können Hauseigentümer im Kanton Luzern ihre Heizung noch nach jetzt gültigen Vorschriften ersetzen. Danach tritt das neue kantonale Energiegesetz in Kraft. Bei einem Kesselersatz müssen dann mindestens 10 Prozent der Wärme für Heizung und Warmwasser aus erneuerbaren Quellen stammen oder die Gebäudehülle verbessert werden. Wer bei Heizöl oder Erdgas bleiben will, muss Sonnenkollektoren installieren, neue Fenster einsetzen oder das Dach dämmen. Wer den Energieträger wechseln will, wird sich einen Wechsel auf Wärmepumpe oder Holzheizung überlegen. Unbehelligt von diesen Auflagen sind Gebäude, die mindestens der GEAK-Kategorie D entsprechen oder nach Minergie zertifiziert sind. Die neuen Vorschriften bewerten also das gesamte Haus: eine gute Bausubstanz darf mit fossilen Energien beheizt werden, ältere Häuser mit Baujahr 1990 und früher müssen nachgerüstet oder teilweise mit Solarenergie oder Umweltwärme beheizt werden.

Beim Ersatz der Wärmeerzeugung sind Lösungen mit erneuerbarer Energie erstrebenswert – aber nicht immer möglich.

Alternativen sind vorhanden

Bei einem Heizungsersatz sind die Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Energien vielfältig. Sicher ist: Der beste Wärmelieferant ist derjenige, mit dem am wenigsten Primärenergie verbraucht wird. Und dies ist die Wärmepumpe in irgendeiner Form. Als Beispiel: Mit einer Erdsondenheizung wird nur noch ein Viertel der Energie benötigt wie mit der alten Ölheizung. Mit der gleichen Energiemenge wie vorher lassen sich also anstatt einem gleich vier Häuser beheizen. Gegebenenfalls bedeutet eine neue Heizung zudem Platzgewinn: Wer von Heizöl auf Erdgas umsteigt, weil die Gasleitung in der Strasse vor dem Haus verläuft, gewinnt den Tankraum als disponiblen „Bastelraum“. Diesen Effekt ermöglicht auch eine Wärmepumpe. Doch die Alternativen haben auch Nachteile: Im Unterschied zur Gasheizung ist mit deutlich höheren Investitionskosten zu rechnen. Denn eine Wärmepumpe nutzt für die Wärmeerzeugung eine externe Quelle, zumeist Aussenluft oder Erdwärme, seltener Grundwasser. Und diese «Quellfassungen» sind nicht ganz billig. Entweder wird ein Teil der Wärmepumpe – das «Aussengerät» – im Garten installiert oder die Wärme kommt über Erdsonden ins Haus. Zur Auswahl stehen auch Pelletheizungen. Genügend Lagerraum für die Pellets ist allerdings unverzichtbar, noch dazu sehr trocken und belüftet, weil Holzpellets zu Durchfeuchtung neigen. Pelletfeuerungen und Wärmepumpen liegen kostenmässig in derselben Grössenordnung.

Nicht nur auf die Heizung fokussieren

Der Ersatz der Wärmeerzeugung sollte im Kontext der Haustechnik und des ganzen Gebäudes erfolgen. Diese Forderung lässt sich an zwei sehr typischen Beispielen illustrieren. Eine Wärmepumpe hat in Verbindung mit einer Bodenheizung eine wesentlich höhere Effizienz als mit Radiatoren, was sich mindernd auf den Stromverbrauch auswirkt. Insofern ist zumindest der Einbau von grösseren Heizkörpern mit einer grösseren Heizfläche zu prüfen. Häufig kommt auch die Frage nach dem Warmwasser auf. Als Grundregel gilt: Wenn immer möglich soll die Wassererwärmung für Küche und Bad im Zusammenhang mit dem Heizungsersatz gelöst werden, wenn möglich über die Wärmepumpe. Diese Empfehlung wird künftig noch dringender. Denn die per Anfang 2019 in Kraft tretenden Vorschriften verbieten zentrale Elektroboiler. Nicht nur neue elektrische Wassererwärmer sind nicht mehr zulässig, für ältere Geräte gilt dann eine Sanierungsfrist von 15 Jahren. Deshalb muss bei der Wahl der neuen Heizung die Kriterienliste ergänzt werden: Neben Wirtschaftlichkeit und Ökologie sind geplante bauliche Massnahmen und die Technik der Wassererwärmung zu berücksichtigen.

Erneuerbar ist gefragt

Bei jeder Heizungssanierung sind Lösungen mit erneuerbarer Energie erstrebenswert – aber sie sind nicht immer möglich und sinnvoll. Warum? Kleine Heizkörper, wie sie oft in Häusern aus den 60er und 70er Jahren verbaut worden sind, benötigen hohe Vorlauftemperaturen. Und diese sind mit Wärmepumpen oft nur schwer oder mit einem grossen Stromverbrauch zu erreichen. Zudem sind Wärmepumpen bei eng aneinander gebauten Reihenhäusern aufgrund der Lärmemissionen oft keine Option. Und auch Erdsondenbohrungen sind nicht immer möglich – beispielsweise wegen Grundwasservorkommen oder weil die Zufahrt zur Liegenschaft mit schwerem Bohrgerät nicht möglich ist. Der Einsatz einer Erdsondenheizung ist auch nicht möglich, wenn der Technikraum zu weit von der möglichen Bohrstelle entfernt ist – beispielsweise bei Terrassenhäusern

In Etappen auf erneuerbare Energie wechseln

Bis 2050 strebt der Bundesrat eine 2000-Watt- und eine 1-1.5-Tonnen CO2-Gesellschaft an. Ein grosser Teil der vorhandenen Gebäude in der Schweiz ist bauphysikalisch in einem Zustand, der es nicht zulässt, dass eine Wärmepumpe dort ihr Effizienzpotenzial auch sofort ausschöpfen kann. Hier sind zunächst bauliche Massnahmen erforderlich, die Zeit und Geld kosten. Da bis 2050 die Anlagentechnik meist ohnehin noch zweimal getauscht werden muss, empfiehlt es sich daher in vielen Fällen, schnellstmöglich einen Brennwertkessel oder ein hybrides System einzusetzen und die folgenden Jahre für Dämmung von Dach und Hülle oder den Einbau von Isolierfenstern zu nutzen. Danach ergibt der Umstieg auf eine Wärmepumpe erst wirklich Sinn.

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