Nachrichten vom Heizprofi Oktober 2017 zum Thema Lungenentzündung aus der Dusche

Guten Tag

In den letzten zehn Jahren haben sich Infektionen mit der Legionärskrankheit verdoppelt. Ausgelöst wird sie durch Legionellen, die besonders für immunschwache Personen gefährlich werden können.

Doch was ist die Legionellose – so heisst die Krankheit richtig – genau und wie können Sie sich schützen? Sicher ist: Die Legionärskrankheit wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen – und auch nicht durch das Trinken von unreinem Wasser. Übertragen werden sie in erster Linie durch Wasserdampf. Anstecken kann man sich beim Duschen, im Jacuzzi, durch Klimaanlagen, bei Rutschen oder in Schwimmbädern.

Wie entstehen Legionellen?

Legionellen lieben’s lauwarm. Stehendes Wasser in Leitungen und Wassertemperaturen von 25 bis 50 °C sind ideal für das Wachstum des Bakteriums. Bedingungen, wie sie etwa in grossen Hotels mit geringer Belegung herrschen oder in Hausanlagen mit zu niedrig eingestelltem Warmwasserboiler. Das kantonale Labor Zürich hat 2016 probeweise die Wasserqualität in 16 Altersheimen im Kanton Zürich untersucht. Neun Heime hatten Legionellen im Duschwasser – Bakterien, die eine Lungenentzündung auslösen könnten. In sechs Altersheimen war die Kontamination so stark, dass die Duschen saniert werden mussten. Dennoch wurden laut kantonalem Labor keine Altersheimbewohner krank.

Wie werden Legionellen übertragen?

Eine Übertragung der stabförmigen Bakterien von Mensch zu Mensch wurde bisher noch nie beobachtet. Legionellen leben im Wasser. Man findet sie in Teichen, Seen und Flüssen, aber auch im Trinkwasser. Übertragen werden sie in erster Linie durch vernebeltes Wasser. Anstecken kann man sich beim Duschen, im Jacuzzi, durch Klimaanlagen, bei Rutschen oder in Schwimmbädern. Die erregerhaltigen Wassertröpfchen verbreiten sich in der Luft und können eingeatmet werden. In seltenen Fällen kann man sich beim Schlucken von Wasser anstecken. Aber nur dann, wenn das verschluckte Wasser über die Luftröhre in die Lunge gelangt. Im schlimmsten Fall führt die Infektion dann zur Legionellose oder Legionärskrankheit – einer schweren Form der Lungenentzündung. Einige Tage nach der Ansteckung entwickeln sich sehr rasch Brust- und Kopfschmerzen. Es folgen ein starker Husten und hohes Fieber bis 40,5°C, ab und zu auch Bauchschmerzen mit Durchfall und Erbrechen. Die Lungenentzündung verläuft häufig schwer und dauert rund vier Wochen. Trotz Antibiotikabehandlung sterben gemäss Bundesamt für Gesundheit fünf bis zehn Prozent der Patienten.

In den letzten zehn Jahren haben sich die Legionellose-Fälle in der Schweiz verdoppelt. Erkrankten 2006 noch 189 Personen daran, waren es 2015 knapp 400 Menschen.

Gefährdet sind vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, insbesondere Senioren, Raucher und Personen, die Immunsuppressiva einnehmen. Zudem erkranken Männer häufiger als Frauen. Bei Kindern tritt Legionellose nur selten auf.

So schieben Sie Legionellen einen Riegel vor

  • Warmwasserboiler konstant auf 60 °C einstellen oder sicherstellen, dass diese Temperatur mindestens einmal pro Woche erreicht wird.
  • Kaltwassertemperatur unter 20 °C halten.
  • Boiler regelmässig warten lassen.
  • Für Klimaanlagen, Luftbefeuchter, Sprudelbäder etc. die Empfehlungen der Hersteller beachten.
  • Die Wasserleitungen sollten regelmässig genutzt werden.
  • Wurde eine Dusche schon einige Tage nicht mehr gebraucht, sollte man vor dem Duschen das warme Wasser für 15 bis 20 Sekunden laufen lassen.

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Revision der Luftreinhalte-Verordnung

Eine Anpassung in der Luftreinhalte-Verordnung gibt zu reden: Der Bundesrat will die Wärme, die beim Entweichen aus dem Kamin verloren geht, verringern. Alte Heizungen müssen deshalb wohl bald ersetzt werden – schneller als vielen lieb ist. So verkündigte es die SFR Tagesschau vor nicht allzu langer Zeit.

Und auch der Hauseigentümerverband kommentierte das Thema öffentlich: Er schrieb in einer Presseinformation: „Ende Juli läuft die Eingabefrist der Vernehmlassung zur Revision der Luftreinhalteverordnung (LRV) ab. Mit dieser sollen im Bereich der fossilen Heizungen weitere Verschärfungen eingeführt werden. Und weiter: Mit der Revision der Luftreinhalteverordnung soll die zu verwendende Heizölart vorgeschrieben werden und die Abgasverluste derart tief gesenkt werden, dass Nachrüstungen beim gesamten Heizsystem notwendig werden.“ Aber wie heiss wird das Thema wirklich gegessen?
Sicher ist: Bis auf weiteres besteht kein Grund zur Verunsicherung. Hier sind ein paar aktuelle Informationen: Das UVEK hat am 13. April 2017 fünf Verordnungen aus dem Bereich Umwelt in die Vernehmlassung geschickt. Sie betreffen unter anderem die Luftreinhaltung. Abweichend von einigen Pressemeldungen sollen die die tolerierbaren Abgasverluste auf vier Prozent gesenkt werden. Die Vernehmlassung dauerte bis am 26. Juli 2017. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten verschiedene Organisationen (wie beispielsweise der Hauseigentümerverband, Gebäude Klima Schweiz, Erdölvereinigung, Kaminfegermeisterverband) ihre Stellungnahmen zum Thema einreichen – und haben das auch getan. Die Auswertung der Stellungnahmen muss jetzt stattfinden. Der Bundesrat entscheidet auf der Basis dieser Auswertung, was mit der neuen Verordnung festgelegt wird. Die neue Luftreinhalte-Verordnung soll per 1. Juni 2018 in Kraft treten. Allen Hauseigentümer soll ab diesem Zeitpunkt eine Übergangsfrist von maximal 10 Jahren gewährt werden. Wir versichern Ihnen: Wir halten Sie auf dem Laufenden.